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AWESOME: Der Kanada Austausch Barrington (Nova Scotia) / Steinfeld
von Ann-Sophie Schnitzler, Schülerin des HJK
Am 25.09.2008 um 08:30h deutscher Zeit ging es nach monatelangem planen endlich los! 23 Schüler und 2 Lehrer des Hermann-Josef-Kolleg Steinfeld machten sich auf den weg nach Kanada - Nova Scotia... ganz genau: Barrington.
Die drei Stunden Busfahrt zum Frankfurter Flughafen waren schon lang, doch 3.5h Flug nach Reykjavik, 3 Stunden Aufenthalt, weitere 4 Stunden Flug nach Halifax und 3 Stunden Busfahrt nach Barrington waren noch schlimmer! Um 24.00h Kanadischer Zeit kamen wir an der Barrington Municipal High School (bmhs) an und wurden ganz herzlich von unseren Familien empfangen. Jeder war froh endlich angekommen zu sein und war gespannt was die nächsten 11 Tage bringen sollten.
Freitag, 26.09.2008
Am Freitagmorgen war es allen Deutschen freigestellt wann sie zur Schule kommen. Ich ging schon direkt zur ersten Stunde. In Kanada läuft der ganze Schultag anders als in Deutschland. Sie fangen um neun Uhr morgens an, dann gehen die einzelnen Stufen zunächst in ihre "Home-Rooms". Dort wird die Anwesenheit überprüft und es wird über Lautsprecher die National Anthem gespielt. Dann werden über Lautsprecher Ansagen für den Tag gemacht, danach kann jeder zu seinem Unterricht gehen. Es gibt zwei Pausen, eine halbstündige und eine ganze Stunde. Um halb vier ist der Schultag dann vorbei. Mit den großen gelben Bussen, die man aus den ganzen Amerikanischen High School Filmen kennt, kommen die Schüler dann nach Hause.
Wir folgten unseren Austauschpartnern in jeden Unterricht und hatten keine Probleme das Englisch zu verstehen, und dem Unterricht zu folgen.
Nach der Schule am Freitag fuhr jeder deutsche Austauschschüler mit seinem Gastgeber nach Hause und machte etwas mit der Familie.
Am Abend gab es eine Willkommensparty für uns Deutsche in der Cafeteria der Schule. Einige Leute die etwas mit dem Austausch zu tun hatten, z.B. Cynthia Duncan die das Nova Scotia International Student Progam leitet, hielten eine Rede und begrüßten uns alle ganz herzlich an ihrer Schule und in den Familien. Danach unterhielten wir uns alle noch gut, auf Englisch versteht sich! Ich muss sagen, generell gab es keine Sprachbarrieren!
Samstag, 27.09.2008
Am Samstag trafen sich alle um 11:00h an der Schule um eine Rund-Tour durch die nähere Umgebung zu machen. Uns wurden Windräder, die sind dort selten, und Hummer gezeigt. Barrington gilt als die Hauptstadt des Hummerfangs und daher war es keine Frage: wir mussten Hummer sehen und einige Tage später auch essen. Außerdem fuhren wir in ein Museum in dem man uns zeigte, wir man Blankets (Decken zum schlafen) herstellt/e und wie man früher Zeitungen druckte.
Nach der Rundfahrt gingen fast alle in das Eisstadion wo wir dem Örtlichen Eishockey Team bei einem Spiel zusahen. Brock, ein Junge der auch einen Deutschen Austauschpartner bei sich aufgenommen hatte, spielt eigentlich auch in dieser Mannschaft, doch aus Gründen die wir nicht kennen spielte er nicht mit. Sein Team verlor und er wollte uns erklären das läge nur daran dass er nicht mitgespielt hatte!! ;)
Am Abend hatten wir Zeit zur freien Gestaltung. Eigentlich war jeder auf einer Party. Es gab zwei, beides richtige "Home-Partys" wie man sie sich vorstellt. Die eine Party war bei einem der jüngeren die andere war bei Randy. Bei Randy haben wir Marshmellows gebraten, Taccos gegessen, im Whirlpool entspannt und uns von Orland, er ist aus Mexiko und wohnt ein Jahr lang in Randys Familie, Mexikanischen Tanz beibringen lassen.
Geschlafen habe ich dann mit meiner Austauschpartnerin Kaylee, Eva Hoetgen, Sabrina Bonzelet und deren Austauschpartnern bei Regina Klinkhammer und Danielle. It was awesome!
Sonntag, 28.09.2008
Den ganzen Sonntag verbrachte ich bei Danielle da Kaylee leider arbeiten musste. Für Sonntag war starker Wind und viel Regen angesagt, der Grund: Hurrikane Kyle! Aber der störte uns drei Mädels nicht daran Mark, Danielles Vater, zu fragen ob er mit uns hinten auf dem Pick-up stehend eine kleine Spritztour macht. Er hatte kein Problem damit und so fuhren wir durch den Regen... hinten auf dem Auto stehend! Danielles Mutter liebt es Fotos zu machen, also lehnte sie sich todesmutig aus dem Fenster und schoss einige gute Fotos. Wir fuhren zu einem Strand an dem Mark uns die hohen Wellen die durch den Hurrikane entstehen zeigen wollte. Doch die Wellen waren nicht sehr beeindruckend, denn sie werden erst so richtig hoch nach dem Sturm. Am Nachmittag kamen noch einige Jungs vorbei: Robin Brück & Matt und Robin Daniels & Brock. Es war super windig, doch wir gingen trotzdem raus, spielten Fußball und ließen uns die Haare um die Ohren wehen.
Als ich Sonntagnachmittag in meiner Gastfamilie ankam wurde erstmal erzählt was denn am Wochenende so passiert war und dann kamen noch Anna & Carissa vorbei. Wir spielten mit Kaylees Stiefbruder Brandon und seinem deutschen Austauschpartner Niklas Schneider zusammen Sing Star. Wir 6 hatten eine Menge Spaß an diesem Abend. Generell war immer gute Stimmung in meiner Familie. Wir waren eine große Patch-Work Familie: Mama Cery, Papa Bill, 3 Jungs, 2 Mädels ein Hund und wir zwei Deutschen, hieß für Cery 9 Leute zu versorgen!!! Was aber nie ein Problem darstellte.
Montag, 29.09.2008
Montag mussten wir alle um neun in der Schule sein. In der Mittagspause haben wir Halloween Kürbisse geschnitzt. Es war eine recht matschige Angelegenheit, die aber jedem Spaß gemacht hat. Die Kerne wurden gesammelt, gewaschen und geröstet damit wir sie abends zu DVD und Pizza essen konnten.
Dienstag, 30.09.2008
Am darauf folgenden Tag fuhren wir nach Digby: Whale watching! Außer uns Deutschen und unseren Austauschpartnern kamen auch noch alle anderen Internationalen Austauschschüler der BMHS mit. Wir waren so viele Leute, wir brauchten zwei große gelbe Busse! Die Gruppe war zwar groß, doch jeder hatte seinen Spaß. Wir wurden auf zwei mittelgroße Motorboote aufgeteilt und fuhren aufs offene Meer hinaus um hoffentlich Wale zu sehen. Und wir hatten Glück! Wir sahen eine Walfamilie! Mamawal Papawal und einen kleinen Wal. Sie schwammen ganz schön nah an unsere Boote heran, sie waren gigantisch!! Es war ein tolles Erlebnis welches keiner von uns so schnell vergessen wird. Einige wurden Seekrank und mir ging es auch ziemlich schlecht! Doch wir haben uns alle zusammen gerissen und uns nicht übergeben. Die dreistündige Rückfahrt war zwar lang,doch ich habe mich gut mir Orlando unterhalten. Es war großartig sich mit jemandem zu unterhalten,dessen Muttersprache auch nicht Englisch ist und sich doch so gut zu verstehen.
Mittwoch, 01.10.2008
Am Mittwoch waren wir zuerst wieder mit unseren Austauschpartnern im Unterricht. Gegen 10.00h sind wir dann in die Eisarena gefahren um selbst Schlittschuh zu laufen. Die deutschen mussten Helme tragen, weil wir noch nicht sooft gefahren waren wie die Kanadier! Es hat großen Spaß gemacht und niemand hat sich verletzt! ;)
Der Nachmittag war wieder Family-Time. Kaylee und ich haben zuerst Harry Potter 5 gesehen und dann mit Brando und Niklas Billard gespielt, wir Mädels haben kläglich versagt!! Danach haben wir noch etwas ferngesehen und viel zusammen gelacht.
Donnerstag, 02.10.2008
Vormittags gingen wir wieder zum Unterricht und gegen Mittag fuhren wir wieder in die Eishalle um dem Jungen und Mädchen Senior Team zuzusehen wie sie als gemischte Mannschaften gegeneinander spielten. Es war toll, Leute die man kannte, auf dem Eis ackern zu sehen.
Am Abend sollte dann der International Dance stattfinden, für die ganze Schule. Alle waren aufgeregt und erhofften sich viel Unterhaltung, den sie auch bekamen. Es fing um halb sechs an und endete um halb zehn. Regina und ich hatten viel Spaß zusammen. Auf jedes halbwegs rockbare Lied fingen wir an gegeneinander zu springen und uns gegenseitig zu schubsen, das nennt man Poogen! ;) Zuerst waren einige etwas genervt davon, aber später störte es keinen mehr. Da haben sogar Brock und Devin mitgemacht. Devin, er hatte zwar keinen Austauschpartner, doch er war trotzdem immer dabei, da er gut mit einigen der Kanadier befreundet ist die Deutsche Leute hatten. Er, Regina und ich haben uns super verstanden, wir haben uns wirklich gut angefreundet.
In Kanada scheint es wirklich so zu sein wie man es immer aus den Filmen kennt, bei langsamen Liedern tanzen Jungs und Mädels eng umschlungen und sonst in kleineren Gruppen einfach nur zusammen. Es hat viel Freude gemacht den Abend mit allen zusammen zu verbringen.
Freitag, 03.10.2008
Freitag... der Tag der Tage!!! Am Freitag hatten wir viel vor...Zuerst ging es zu Peggys Cove. Peggys Cove ist eine Küste, dort gibt es keinen Sand sondern nur riesengroße Steine und Felsblöcke.
Die Wellen waren unbeschreiblich schön und hoch. Es war ein super Blick auf den offenen Ozean... außerdem steht dort ein wirklich schöner Leuchtturm.
Der Wind blies ordentlich und die Frisuren einiger Mädchen für das anschließende Shoppen in Halifax waren dahin.
Danach ging es in eine Shoppingmall nach Halifax. Dort hatten wir 1.5 Stunden Zeit um viel Geld für Klamotten oder Ähnliches auszugeben, was die meisten auch gemacht haben da der Kurs von Euro zu Canadian-Dollar für uns besser ist (1 EUR = 1.34 CD).
Jetzt waren alle aufgeregt... es sollte zu einem Hockeyspiel der Halifax Mooseheads gehen! Einige hatten von ihren Austauschpartnern ein Trikot bekommen und konnten so richtige Fans sein. Wir saßen genau an der Bande und Ziemlich nah am Tor. Die Stimmung war super, jeder hat laut geschrien, die Mooseheads gut angefeuert. Der Torwart der gegnerischen Mannschaft wurde mit deutschen Schimpfwörtern beschimpft und der Capitän der Mooseheads (Bona #54) wurde dafür umso mehr angefeuert. Die ganze Jahrgangstufe 12 der BMHS dabei war waren wir eine ganz schön große laute Gruppe, wir haben sogar ein riesiges Baguette von Subway bekommen weil wir die lauteste Fan-Gruppe im Stadion waren. Und obwohl die Mooseheads 7:2 verloren hatten waren alle nach dem Spiel in bester Laune.
Doch auf dem Rückweg im Bus wurde dann doch jeder müde und einige schliefen ein. An awesome day had ended.
Samstag, 04.10.2008
Am Samstag konnten alle erstmal ausschlafen. Erst Nachmittags um 14.00h wurde sich am Strand getroffen um Hummer zu essen, Marshmellows zu braten, am Feuer zu sitzen und wer wollte traute sich sogar in das eiskalte Ozeanwasser. Das Wasser war wirklich entsetzlich kalt, doch einige konnten der Versuchung einfach nicht widerstehen.
Abends war wieder Freizeit. Einige trafen sich noch mal an einem anderen Strand um in der Dunkelheit am Feuer zu sitzen und einfach die gemeinsame Zeit zu genießen.
Sonntag, 04.10.2008
Der Tag war ganz Freizeit um den letzten Tag zu genießen. Kaylee und ich fuhren mit Danielle, Danielles Eltern, Regina, Devin, Matt, Robin Brück, Kara, Vanessa und Fabian zu Danielles Cottage wo wir mit einem Jetski fahren konnten. Und obwohl es windig und kalt war, hatten wir eine Menge Spaß! Doch immer wieder wurde die gute Stimmung gedrückt, denn jeder wusste, dass es unser letzter gemeinsamer Nachmittag in Kanada war. Wir waren dann zeitweise still, was sonst nie vorgekommen ist ;), und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
Am Abend traf man sich wieder in der Schulcafeteria um uns Deutsche zu verabschieden. Es gab einige Abschlussreden und Herr Latz zitierte einen Satz des Schuldirektors: "We came as visitors and leave as friends." Und dieser Satz trifft es genau. Wir kamen nach Kanada und wussten nicht was uns erwartet, freuten uns vielleicht schon wieder auf Zuhause, doch am Sonntagabend wollte keiner wieder zurück! Es gab auch schon erste Tränen! Wir hatten eine wunderschöne Zeit, die niemand jemals wieder vergessen wird und haben Freunde fürs Leben gefunden. Canada and Germany: friends forever!
Montag, 05.10.2008
Der Tag der Abreise war gekommen, doch wie schon gesagt, niemand wollte wirklich fahren! Klar, zu Hause ist es auch toll, doch hatten wir hier wirklich super tolle Familien, alle waren richtig nett und gastfreundlich.
Alle Deutschen und Kanadier die am Austausch teilgenommen hatten waren super traurig, auch Orlando und Devin waren wirklich traurig. Die Stimmung hatte ihren Tiefpunkt erreicht.
Kurz vor unserer Abreise gab es noch einmal eine Versammlung in der Sporthalle bei der die Kanadier "ihren" deutschen Austauschschüler aufriefen und ihm einen roten Sportbeutel schenkten in dem jeweils ein Fotoalbum (ohne Fotos), ein Puck, eine Diashow mit Fotos vom Austausch, und ein D-250 (steht für 250 Jahre Demokratie in Kanada) T-Shirt enthalten war.
Am Bus gab es dann eine große Gruppenumarmung und ziemlich alle Mädchen begannen zu weinen, sogar zwei Kanadische Jungs haben geweint. Auch später im Flugzeug wurde immer noch geweint.
Alles in allem war es eine großartige Zeit. Wir haben ein anderes Land kennen gelernt, andere Familien. Wir freuen uns schon alle auf März, denn da kommen die Kanadier zu uns nach Steinfeld!
Und um DAS Wort des Austausch nicht zu vergessen: AWESOME... it was really awesome!! (Awesome heißt so viel wie großartig, super, toll) |
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