Catena

Vorstellung des vollendeten Kunstwerkes

Panta Rhei Zum 20-jährigen Bestehen im Jahr 2001 hatten wir, die "Catena", dem Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg (HJK) die erste Scheibe der zwölfteiligen Glascollage "Panta Rhei" (Alles fließt) geschenkt. Das zentrale Teilstück des neuen Fensters - entworfen vom Glaskünstler Thomas Klein, einem unserer ehemaligen Mitschüler - wurde der Schule damals am Hermann-Josef-Tag übergeben und im Treppenhaus "unter der Uhr" eingebaut.
Durch großzügige Spenden konnten zwei weitere Scheiben von "Panta Rhei" bereits in den nachfolgenden Jahren ihren Platz im Hermann-Josef-Kolleg einnehmen, nach etwa sechs Jahren wurden im Juli 2007 auch die bis dahin noch fehlenden neun Elemente der Glascollage eingesetzt. Das Ergebnis: Schüler, Lehrer und Besucher, die im HJK die Haupttreppe zum Sekretariat hinauf gehen, werden künftig - je nach Wetterlage - bei einem Blick durch das große Glasfenster unterschiedliche Motive zu sehen bekommen. Das liegt nicht etwa daran, dass die Steinfelder Kunstlehrer dort neuerdings jahreszeitlich wechselnde Kunstwerke aushängen, die sichtbare Abwechslung ist viel mehr "Panta Rhei" zu verdanken: Während das alte Sicherheitsglas bisher nur monotone Helligkeit durchließ und keine Farbe in den manchmal "grauen" Schulalltag bringen konnte, ist Kleins Kunstwerk eben kein normales Fenster - bedingt durch das Relief verändert sich sein Aussehen aufgrund der jeweiligen Lichtbrechung.
Um den neuen Durchblick gebührend zu feiern, hatten wir am Samstag, den 8. September 2007, im Anschluss an unsere Mitgliederversammlung, zur Präsentation von "Panta Rhei" nach Steinfeld eingeladen. Im Beisein von Schuldirektor Pater Heribert Kerschgens und seinem Amtsvorgänger, dem heutigen Steinfelder Superior Pater Hermann Preußner, begrüßte unser "Catena"-Vorsitzender Johannes Ringkamp ehemalige Schüler und Gäste, ehe er das Wort an den Kunsthistoriker Berthold Schmitt weitergab. Diesem (übrigens ebenfalls ehemaliger Mitschüler und sogar Gründungsmitglied unserer "Catena") war es überlassen, Kleins Kunstwerk zu beschreiben und zu deuten. Angesichts der Vielfältigkeit des Glasreliefs keine einfache Aufgabe, wie Schmitt selbst zugab: "Als ich die Fotos von Panta Rhei gesehen habe, kam mir der Gedanke, ob es nicht passend wäre, einen Wetterkundler über das neue Werk von Thomas Klein sprechen zu lassen. Die Nähe vieler Formen und Strukturen zu verschiedenen Erscheinungsweisen des Wetters ist nicht zu übersehen."
Panta Rhei Eine meteorologische Sichtweise könne die in die Glascollage eingearbeiteten Schrägzylinder, Halbkugeln und Pyramiden etwa als dampfende Regentropfen oder glitzernde Eisblumen deuten, so Schmitt: "Ja nach Witterung wird sich der Betrachter fragen, ob er wirklichen oder künstlichen Nebel sieht, ob die Scheiben tatsächlich angelaufen und ob die Regentropfen echtes Wasser sind." Derartige optische Täuschungen resultieren aus der Beschaffenheit des Fensterglases: Während einige Stellen den Sonnenstrahlen ungefilterten Einlass gewähren und wieder andere Flächen mit Sandstrahl verklärt wurden, sorgen die dreidimensionalen geometrischen Glasformen dafür, dass je nach Lichteinfall und Standpunkt des Betrachters die Spektralfarben Blau, Grün, Gelb und Rot erscheinen.
Ob im Hochsommer oder an frostig-klaren Wintertagen, das Kunstwerk "Panta Rhei" sorgt so für ein dynamisches Lichtspiel als Schnittstelle zwischen dem Treppenhaus und der Außenanlage. Dynamik wollte Klein aber auch im übertragenen Sinne zum Ausdruck bringen: Denn nichts sei in einer Schule wichtiger als Bewegung, fortlaufende Veränderungen und wechselnde Perspektiven, so Klein, "alles muss eben fließen." Nach Schmitts Ausführungen, für die sich Klein unter dem zustimmenden Beifall der Gäste bedankte, blieb dem Künstler selbst nicht mehr viel zu seinem Kunstwerk zu sagen: "Endlich ist das alte Fenster weg", freute sich Klein einfach über die Installation seines Kunstwerkes in seiner alten Schule. Im Anschluss an die Präsentation, welche durch das Flötenduo "flauto doppio" mit unserer ehemaligen Mitschülerin HJK-Schülerin Anja van Beek und Angelika Euler auf gelungene Weise aufgelockert wurde, fand ein kleiner Umtrunk statt: Diesen nutzten Gäste, Ehemalige, Lehrer und die anwesenden Patres zum angeregten Gespräch und zur Inaugenscheinnahme unseres neuen Fenster-Kunstwerkes.

Der Künstler

Panta Rhei Thomas Klein, 1946 in Mönchengladbach geboren, ging in Steinfeld zur Schule, wo er 1966 sein Abitur machte. Nach dem Studium der Glasmalerei an der Werkkunstschule Krefeld besuchte Klein das Werkseminar in Düsseldorf, seit 1972 arbeitet er als Kunsterzieher am Gymnasium Mönchengladbach Rheindahlen. 1974 eröffnete Klein sein eigenes Atelier für Glaskunst, seitdem hat er seine Werke im auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Die Krönung seiner Arbeiten, welche unter anderem etwa im "Lohmühlenturm" Mönchengladbach oder im Gebäude der IHK Krefeld zu sehen sind, folgte 1991, als Klein den Staatspreis für das Kunsthandwerk Nordrhein-Westfalen im Bereich Glas erhielt.