Catena

Die Segel-AG - In der Presse

Amadeus wieder Seetauglich
Von Günther Zumbe
Erschienen am 13.09.2005 im Kölner Stadtanzeiger
Steinfed/Schwammenauel - Mit alten Booten ist es so wie mit alten Fachwerkhäusern. Wenn man an irgendeiner Ecke mit dem Restaurieren anfängt, dann findet man kein Ende mehr. Immer wieder tauchen während der Arbeit Schwächpunkte und Defekte auf, die man besser beseitigen sollte - sofern man in absehbarer Zeit nicht schon wieder loslegen Will.
Bestes Beispiel dafür ist der Jollenkreuzer der "Catena", der Vereinigung der ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs. Eigentlich hatten Ehemalige und Schüler gehofft, das schnittige Holz-Segelboot binnen eines Winters wieder fit machen zu können. Ein Wunschtraum, wie sich bald herausstellte. Ein Großteil der Substanz war marode und musste erneuert werden. Zweieinhalb Jahre dauerten die Restaurierungsarbeiten.
Am Samstag konnte die "Catena" den Jollenkreuzer nun offiziell der Segelgemeinschaft des Steinfelder Gymnasiums unter Leitung von Jörg Zwitters übergeben. Sogar Pater Heribert Kerschgens und Heinrich Latz, der Schulleiter und sein Stellvertreter, waren an den Steg der Segelschule Becker in Schwammenauel gekommen, um das schmucke Gefährt in Augenschein zu nehmen und der Übergäbe durch Johannes Ringkamp, den Vorsitzenden des Ehemaligen-Vereins, beizuwohnen.
Rund 4000 Stunden Arbeit stecken in dem Boot, das 1960 die Fricke-Werft in Dümmer verließ. Wie Ringkamp berichtete, haben Schüler und Ehemalige etwa 3000 Stunden absolviert. Allein das Entfernen etlicher Farbschichten in der Kajüte habe zig Stunden gedauert. Spezielle Holzarbeiten, wie etwa das Anfertigen und Anpassen eines neuen Schwertkastens oder neuer Spanten, wurde von einem Bootsbauer übernommen. Der Fachmann habe abschließend noch einmal rund 1000 Stunden an der "Amadeus", wie das Boot hieß und wieder heißen soll, gearbeitet, so Ringkamp. Im Originalzustand seien eigentlich nur noch der Baum und die Segel.
Karl Hopmann, Vorstandsmitglied der "Catena" und technischer Leiter des Segelsportclubs Schwammenauel (SSS), an dessen Steg das Boot künftig liegt, zollte vor allem den Schülern großes Lob. Trotz der langen Restaurierungsphase seien sie stets bei der Stange geblieben. "Wenn man die jungen Leute in die Pflicht nimmt, dann kann man sich auch auf sie verlassen", so Hopmann.
Zwischenzeitlich haben rund 30 Schüler des Steinfelder Gymnasiums bei Segellehrer Günter Becker in Schwammenauel den Sportbootführerschein Binnen gemacht. Ihnen steht nun das Boot zur Verfü- gung. Aus eigenen Mittel hätte die "Catena" das Segelboot aber nicht anschaffen können. Der ehemalige Chefarzt des Mechernicher Kreiskrankenhauses, Dr. Josef Neuhaus, hatte dem Verein das "Schätzchen" als Spende überlassen.